Drei Fragen

wp0b983961_05_06Übrigens, die 3 meistgestellten Fragen an mich lauten:

  • Wie entstand die Lutherrose?
  • Was hat es mit dem Rosenwunder der heiligen Elisabeth auf sich?
  • Warum sollte man Tannhäuser am autentischen Ort anschauen?

Na, kennt ihr alle drei Antworten? Wenn nicht, könnt ihr hier weiterlesen…

 

Wie entstand die Lutherrose?

wp9bb927da_06In einem Brief an Lazarus Spengler schrieb Luther 1530, die Lutherrose sei… „ein Merkzeichen meiner Theologie. Das erst sollt ein Kreuz sein, schwarz im Herzen, das seine natürliche Farbe hätte, damit ich mir selbst Erinnerung gäbe, daß der Glaube an den Gekreuzigten uns selig machet. Denn so man von Herzen glaubt, wird man gerecht. Ob’s nun wohl ein schwarz Kreuz ist, mortifizieret und soll auch wehe tun, dennoch läßt es das Herz in seiner Farbe, verderbt die Natur nicht, das ist, es tötet nicht, sondern erhält lebendig … Solch Herz aber soll mitten in einer weißen Rosen stehen, anzuzeigen, daß der Glaube Freude, Trost und Friede gibt, darum soll die Rose weiß und nicht rot sein; denn weiße Farbe ist der Geister und aller Engel Farbe. Solche Rose stehet im himmelfarben Felde, daß solche Freude im Geist und Glauben ein Anfang ist der himmlische Freude zukünftig, jetzt wohl schon drinnen begriffen und durch Hoffnung gefasset, aber noch nicht offenbar. Und in solch Feld einen goldenen Ring, daß solch Seligkeit im Himmel ewig währet und kein Ende hat und auch köstlich über alle Freude und Güter, wie das Gold das höchste, köstlichste Erz ist.“

Was hat es mit dem Rosenwunder der heiligen Elisabeth auf sich?

Elisabeth war eine Königstochter, und der Landgraf von Thüringen ihr Gemahl. Doch das Herz der heiligen Elisabeth gehörte den Armen. Sie konnte es nicht ertragen, auf der Wartburg in Saus und Braus zu leben, während im Land ringsum sehr viele Menschen Hunger leiden mussten. Sie stieg täglich von Wartburg hinab zu den Bettlern und teilte mit milder Hand aus, was sie zum Leben brauchten. Der Ruf ihrer Barmherzigkeit und Milde verbreitete sich im ganzen Land.

Landgraf Ludwig ließ seine Frau zunächst gewähren. Doch sah er es nicht gerne, dass Elisabeth in eigener Person zu armen und verkommenen Leuten ging und sogar die Berührung mit Kranken nicht scheute. Als er sie wieder einmal mit ihrem Gabenkorb auf dem Weg von der Burg traf, hielt er sein Pferd an und fragte sie: „Was tragt Ihr da in Eurem Korbe?“ Elisabeth wollte ihren Gemahl nicht betrüben und doch auch ihre Christenpflicht nicht versäumen. In ihrer Not stammelte sie verwirrt: „Es sind Rosen, Herr …“ Da riss der Landgraf zornig die Decke vom Korb. Sein Grimm verwandelte sich in Staunen und Bestürzung. Der Korb der Landgräfin Elisabeth war voller Rosen. Von diesem Tag an ließ Landgraf Ludwig seine Frau schalten und walten, wie ihr liebendes Herz ihr eingab.

Quelle: Diese Legendenfassung wurde leicht verändert übernommen aus EXODUS 4. Religionsunterricht 4. Schuljahr. Lehrerkommentar. Neuausgabe. Düsseldorf / München 1987, 159.

Die Stelle an der das Rosenwunder geschehen sein soll ist im Mariental in der Nähe vom Prinzenteich. Dort befindet sich eine kleine Grotte, die in einen Felsen geschlagen ist.

Warum Tannhäuser am autentischen Ort anschauen?

Die Hörselberge liegen nur ein paar Kilometer vor Eisenach mit Blick zur Wartburg. Sie waren bereits in vor- und frühgeschichtlicher Zeit bekannt und galten als Wohnort der Götter und werden auch mit dem Venusberg der Tannhäuser-Sage identifiziert. Richard Wagner wurde an der Venusgrotte zu seinem Tannhäuser inspiriert.

Zu Beginn des Werks befindet sich Tannhäuser im Inneren des Venusberges (der Hörselberg bei Eisenach). Die Welt der Venus ist ausschließlich der Sinnlichkeit geweiht. Tannhäuser hat als Sterblicher den Weg hierher gefunden, ist des Genusses jedoch zusehends überdrüssig („Wenn stets ein Gott genießen kann, bin ich dem Wechsel untertan“). Venus versucht, ihren Ritter zum Bleiben zu bewegen, und prophezeit, dass die Menschen Tannhäuser sein Verweilen bei der heidnischen Göttin der Liebe nie verzeihen würden: Dort fände er nie sein Heil. Tannhäuser jedoch bleibt bei seinem Entschluss: „Mein Heil ruht in Maria!“ Bei der Anrufung Mariens versinkt die Welt der Venus, und Tannhäuser sieht sich in ein liebliches Waldtal in Thüringen am Fuße der Wartburg versetzt. Er versöhnt sich mit den Rittern, die er einst verlassen hatte, und will an einem Sängerfest, das auf den nächsten Tag bestimmt ist, teilnehmen, auch um das Herz Elisabeths, der Nichte des Landgrafen, zu gewinnen…

Die alljährlichen Tannhäuser-Aufführungen auf der Wartburg sind ein Muss für jeden Wagner-Fan. Und was gibt es Schöneres, als vor oder nach dem Besuch der Aufführung den Originalschauplatz zu Besuchen und den Blick über das Tal hinüber zur Wartburg schweifen zu lassen. Probiert es einfach mal aus…