Schätze aus dem Mittelalter

Heiligenfiguren in der Predigerkirche

Schätze aus dem Mittelalter

  wpec2bb8c5_05_06Die Heilige Dorothea in der Predigerkirche ist Teil eines ursprünglich aus Eisenach stammenden Altars um 1519 und ist Teil der Esposition „Mittelalterliche Kunst aus Thüringen“.

Bild anzeigen. Zur Ausstellung gehört noch eine geschnitzte Heilige Dorothea. Sie ist Teil eines Flügelaltars aus Wittersroda, der ebenfalls 1519 entstand. Die Heilige starb unter Kaiser Diokletian den Märtyrertod. Sie wurde enthauptet. Beide Dorotheen sind restauriert. Das ist nicht bei allen Objekten der Fall, weil die notwendigen Gelder fehlen. Die Stadt hofft auf Unterstützung von Sponsoren.

Wer einen finanziellen Beitrag leisten möchte, kann diesen auf das Konto 2003 bei der Wartburg Sparkasse (BLZ 840 550 50) unter „Schnitzplastik” einzahlen. Die Predigerkirche ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

wp8488b0f6_05_06Ausführliche Information:

Diese auf Holz gemalte Hl. Dorothea ist (wie das Pendant mit der Hl. Agnes, Magazin Predigerkirche) Teil des Flügelalteres aus Wittersroda, der 1927 (Flügel aus Privatbesitz) bzw. 1929 (Schrein von der Kirchgemeinde) durch das Thüringer Museum Eisenach erworben wurde. Der Mittelschrein mit fünf weiblichen Heiligenskulpturen befindet sich als Leihgabe des Museums in der Kirche  Angelhausen.

wp253fc339_05_06Der Altar ist 1519 datiert. Ort der Entstehung, Maler oder Schnitzer sind nicht festzustellen, zumal die Gesichter der Skulpturen stark überarbeitet waren. Bei den Skulpturen handelt es sich um Margarethe, Barbara, eine Madonna, Katharina und Fausta. Somit wäre die Madonna begleitet von den vier sog. Hauptjungfrauen, frühen Märtyrerinnen, Margarethe, Dorothea, Katharina und Barbara und zwei weiteren Märtyrerinnen.

Dorothea starb unter Kaiser Diokletian als frühe Christin den Märtyrertod durch Enthauptung. Ihr Attribut, das Blumenkörbchen, verweist auf die Legende, dass sie in Vertrauen darauf, den Garten Gottes bald zu betreten auf dem Weg zur Richtstätte von diesem schwärmend, durch einige Zuschauer verlacht wurde und daraufhin ein Knäblein mit Blumen aus ebendiesem Garten erschien, woraufhin die Spötter bekehrt wurden (und auch enthauptet wurden). Zu diesen bekehrten Zweiflern gehörte ein junger Jurist namens Theophilus.

Eine weitere Dorothea in der Ausstellung gehört zu einem ursprünglich aus Eisenach stammenden Altar (ebenfalls 1519) dessen Stifter, Johannes Purgold, ein Eisenacher Ratsher und Verfasser eines Rechtsbuches greifbar ist. Hierbei ist interessant, dass Rothe als Jurist auf den Außenseiten des Altares diesen Theophilus (der kein Heiliger ist) darstellen ließ. Leider befinden sich die beiden Altarflügel in den Kunstsammlungen Weimar. Im Mittelschrein (Ausstellung Predigerkirche unten) sind Anna, Maria mit Christus und Dorothea sowie die Männer von Anna und Maria dargestellt. Das Kind Christus greift nach dem Blumenkorb (mgl. Deutung –  so wie der gläubige Christ dem Recht nachstreben sollte.)